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Erste Hilfe für Hunde


 

Diese Seite ist als Hilfestellung gedacht, kann aber keinesfalls einen Tierarztbesuch ersetzen!

 

 

 

 

 

Akutes Nierenversagen

 

Die Nieren dienen als lebenswichtige Filterstationen, die dem Blut giftige Abbauprodukte entnehmen und sie im Harn ausscheiden. Beim akuten Nierenversagen lässt diese Fähigkeit abrupt nach, der Harnfluss versiegt, und Giftstoffe sammeln sich im Blut an. Nur durch tierärztliche Soforthilfe kann ein Hund dann gerettet werden.

Wer erkrankt?
Als Hauptursachen kommen Durchblutungsstörungen der Nieren in Frage, beispielsweise bei Blutverlusten nach einem Unfall, nach Operationen oder bei Flüssigkeitsverlusten durch Verbrennungen. Außerdem kann die Aufnahme von Giftstoffen die Nieren akut schädigen, beispielsweise Ethylenglycol, das im Frostschutzmittel enthalten ist und von Hunden aufgrund des süßen Geschmacks gerne aufgeleckt wird. Ungeimpfte Hunde sind auch durch Leptospiren, die Erreger der Stuttgarter Hundeseuche, gefährdet, daneben gibt es eine Reihe weiterer Erreger.

Wie erkennt man es?
Im Gegensatz zum chronischen Nierenversagen tritt kein vermehrter Durst auf. Vielmehr verschlechtert sich abrupt das Allgemeinbefinden, d.h. der Hund zeigt Erbrechen, Appetitlosigkeit, Schwäche und Apathie, der Harnabsatz verringert sich bzw. fehlt völlig, gelegentlich haben die Hunde starke Schmerzen in der Lendengegend und stehen oder liegen mit aufgekrümmtem Rücken.

Was ist zu tun?
Nur eine intensive tierärztliche Betreuung mit Infusionen, harnfördernden Medikamenten und Elektrolytausgleich kann einen Hund mit schwerem Nierenversagen retten. Der Patient sollte also möglichst umgehend in eine Tierklinik gebracht werden, die auf eine Notfallversorgung eingerichtet ist. Ist eine Vergiftung die Ursache, kann innerhalb der ersten 4-6 Stunden Erbrechen ausgelöst werden.

Wie kann man vorbeugen?
Bei größeren Flüssigkeitsverlusten, die die Funktion der Nieren beeinträchtigen können, etwa in Folge von Durchfall, Erbrechen oder Verbrennungen, sollte der Hund tierärztlich überwacht bzw. vom Besitzer genau beobachtet werden, um erste Anzeichen rechtzeitig zu erkennen, ebenso beim Vorliegen von Kreislaufproblemen. Die Aufnahme von Giftstoffen kann verhindert werden, indem der Hund von Tankstellen, Müllhalden oder ähnlichen Gefahrenzonen ferngehalten wird.

 

 

Atemstillstand

 

Bei Atemstillstand handelt es sich um einen äußerst dringenden Notfall: Um das Tier zu retten, muss innerhalb von 3-5 Minuten die Versorgung mit Sauerstoff wiederhergestellt werden. Doch auch ein Hund mit langsam zunehmender Atemnot, beispielsweise durch Kreislaufschaden, muss baldmöglichst versorgt werden.

Wer erkrankt?
Hunde können aufgrund einer Verletzung von Brustkorb oder Lunge rasch zunehmende Atemnot zeigen. Es kommt auch eine Verlegung der Atemwege in Frage, beispielsweise durch Fremdkörper oder durch Schleimhautschwellung nach einem Wespenstich. Besonders Unfallhunde sollten sorgfältig beobachtet werden, da sie manchmal erst nach Stunden eine Verschlechterung zeigen.

 

Wie erkennt man es?
Die Hunde atmen anfangs noch angestrengt mit weit zurückgezogenen Lefzen und gestrecktem Hals, die Zunge kann sich bereits bläulich einfärben. Die Atmung kann sowohl verlangsamt und angestrengt als auch schnell und oberflächlich sein. Sobald die Atemfrequenz unter 6 Züge je Minute sinkt, ist höchste Eile geboten.

Was ist zu tun?
Ist der Hund bewusstlos, legen Sie ihn auf die Seite, ziehen Sie die Zunge nach vorne und versuchen Sie, eventuell die Atemwege verlegende Fremdkörper zu entfernen, z.B. mit einem Löffelstiel. Schließen Sie das Maul mit der Hand und blasen Sie in die Nasenöffnung, bis sich der Brustkorb hebt. Lassen Sie anschließend die Luft wieder entweichen. Wiederholen Sie dies alle 3 Sekunden, bei Herzstillstand kombiniert mit Herzmassage im Sekundentakt. Bringen Sie den Hund schnellstmöglich zum Tierarzt.

Wie kann man vorbeugen?
Vermeiden Sie Unfälle: Erziehen Sie Ihren Hund verkehrssicher und gehen Sie in der Nähe von Straßen nur angeleint spazieren. Beobachten Sie den Hund sorgfältig nach einem vermeintlich glimpflichen Zusammenstoß und suchen Sie bei ersten Anzeichen den Tierarzt auf. Halten Sie Wespen und gefährdende Fremdkörper von Ihrem Hund fern.

 

 

Augenverletzungen

 

Mit Verletzungen am Auge ist nicht zu spaßen - auch wenn der Augapfel selbst unversehrt ist. Risse an Lidern müssen sofort fachmännisch genäht werden, damit keine Narben entstehen, die den Lidschluss beeinträchtigen.

Wer erkrankt?
Besonders häufig betroffen sind Jagdhunde, die in dichtem, evtl. auch dornigem Unterholz arbeiten oder Hunde, die anderweitig der Gefahr von Kopfverletzungen ausgesetzt sind.

Wie erkennt man es?
Blutende Verletzungen in der Umgebung des Auges sind leicht zu erkennen, ebenso ein Vorfall des Augapfels. Bei Verletzungen oder Fremdkörpern zeigt der Hund Blinzeln, Lichtscheue, Reiben am Auge, Tränenfluss und offensichtliche Schmerzäußerungen, daneben oft Appetitlosigkeit.

Was ist zu tun?
Offensichtliche Verletzungen sollten Sie mit einem feuchten Küchenhandtuch abdecken und den Hund sofort zum Tierarzt bringen. Ist äußerlich nichts erkennbar und lässt sich der Hund ins Auge sehen, können sie es vorsichtig auf Fremdkörper kontrollieren und gegebenenfalls versuchen, diese herauszuwaschen. Dazu gießen sie Wasser vorsichtig von oben auf das offengehaltene Auge. Bringt das keine Besserung oder steckt der Fremdkörper im Auge fest, muss der Hund zum Tierarzt. Üben Sie möglichst keinen Druck auf das Auge aus.

 

 

Bandscheibenvorfall

 

Eine dramatische Erkrankung, die oft aus heiterem Himmel kommt.

Wer erkrankt?
Dackel und andere kurzbeinige, chondrodystrophe Rassen sind besonders betroffen, da deren Kurzbeinigkeit auf einem Bindegewebsdefekt beruht, der auch die Bandscheiben betrifft. Grundsätzlich können jedoch auch andere Rassen erkranken.

Wie erkennt man es?
In schweren Fällen weigern sich die Tiere plötzlich, sich zu bewegen, können nicht mehr stehen und schreien laut auf, wenn man sie tragen will. Erstes Anzeichen ist oft ein aufgekrümmter Rücken.

Was ist zu tun?
Bei akutem Auftreten muss der Hund umgehend zum Tierarzt gebracht werden, um bleibenden Lähmungen zuvorzukommen. Um zusätzlichen Schaden zu vermeiden, sollte der Hund möglichst schonend transportiert werden, am besten auf einem Brett oder in einem von zwei Personen getragenen Handtuch.

Wie kann man vorbeugen?
Dackel sollten keinen starken Wirbelsäulenbelastungen wie z.B. Treppensteigen ausgesetzt werden. Nach einem Vorfall sind Reha-Maßnahmen sinnvoll. Bereits beim Kauf eines Rassetieres sollte man auf genug "Bodenfreiheit" achten.

 

 

Darmverschluss

 

Ein Darmverschluss entsteht meist durch die Aufnahme von Fremdkörpern, kann aber auch durch Tumoren verursacht werden, die die Darmpassage blockieren. Unfälle, Vergiftungen oder Infektionen im Bauchraum können zu einer Darmlähmung mit ähnlichem Verlauf führen.

Wer erkrankt?
Vor allem junge Hunde, die immer wieder spielerisch Gegenstände aufnehmen und abschlucken, sind gefährdet. Von Darmlähmung oder Tumoren sind jedoch auch ältere Tiere betroffen.
Wie erkennt man es? Fast immer zeigen die Tiere Erbrechen und eine rasche Verschlechterung des Allgemeinbefindens. Kotabsatz kann noch vorhanden sein. Der Bauch schmerzt oft. Je näher am Anfang des Darmes der Verschluss lokalisiert ist, desto massiver sind die Beschwerden.

Was ist zu tun? Bei länger andauerndem Erbrechen mit deutlichen Begleitsymptomen wie Verkriechen, Wimmern und Zittern sollten Sie möglichst rasch Ihren Tierarzt aufsuchen, insbesondere wenn der Hund zuvor mit Steinen, Spielzeug oder Ähnlichem gespielt hat, das er verschluckt haben könnte. Röntgenaufnahmen des Bauchraums zeigen dann vor der Verschlussstelle aufgegaste Darmschlingen und je nach Material auch einen Fremdkörper. In der Regel muss operiert werden.

Wie kann man vorbeugen?
Gewöhnen Sie dem Hund ab, Gegenstände aufzunehmen, und bieten Sie ihm als Alternative ungefährliche Kaumöglichkeiten wie Büffelhautknochen an. Räumen Sie Kinderspielsachen, Näh- und Strickzeug weg und füttern Sie keine Knochen, von denen Teile verschluckt werden können.

 

 

Durchfall, Virusdiarrhö

 

Parvo-Viren können bei jungen Hundewelpen einen starken Durchfall verursachen, der unbehandelt durch den Flüssigkeits- und Elektrolytverlust rasch zum Tod führen kann.

Wer erkrankt?
Jedes Alter kann betroffen sein, besonders gefährdet sind aber junge Welpen, insbesondere, wenn sie nicht gegen Parvovirose geimpft sind. Doch auch bei geimpften Hunden kann es immer wieder einmal zu einer Erkrankung kommen.

Wie erkennt man es?
Wässriger, z.T. auch blutiger Durchfall sind stets ein Alarmzeichen. Oft kommt Erbrechen hinzu, die Hunde werden immer matter und können sich kaum noch auf den Beinen halten.

Was ist zu tun?
Am wichtigsten ist die Flüssigkeitszufuhr, am besten durch intravenöse Infusionen beim Tierarzt. Dabei sollte darauf geachtet werden, dass die Patienten nicht zu stark auskühlen. Meist ist ein mehrtägiger Aufenthalt in der Tierklinik mit intensivster Betreuung auch über Nacht erforderlich, um die Welpen zu retten.

Wie kann man vorbeugen?
Hundewelpen aus gefährdeten Beständen sollten mehrmals und frühzeitig gegen Parvovirose geimpft werden, am besten ab der 5.-6. bis zur 18. Lebenswoche in drei- bis vierwöchigen Abständen.
Zusätzlich sind penible Sauberkeit und Desinfektionsmaßnahmen erforderlich, da das Virus sehr stabil ist und sich neue Würfe sonst leicht anstecken können. Bei geringem Infektionsrisiko reicht die Impfung in der 12.-15. Woche.

 

 

Eingespießte Fremdkörper

 

Fremdkörper in Maul und Rachen können durchaus lebensbedrohliche Verletzungen hervorrufen, etwa wenn ein großes Blutgefäß eröffnet oder die Atmung behindert wird.

Wer erkrankt?
Oft verletzen sich Hunde beim Spielen mit spitzen Stöckchen: Beim Fangen spießt sich ein Ende in den Boden und das andere in den Rachen des Hundes. Gelegentlich kann sich ein Fremdkörper auch zwischen den Zähnen oder im Rachen verkeilen.

Wie erkennt man es?
Der Hund verliert schlagartig das Interesse am Spiel, speichelt stark und blutet eventuell aus dem Maul. Verkeilte Fremdkörper versucht der Hund durch ständiges Wischen mit der Pfote zu entfernen.

Was ist zu tun?
Steckt der Fremdkörper zwischen den Zähnen, können Sie ihn vorsichtig entfernen. Rechnen Sie aber damit, dass der Hund Sie beißen könnte. Bei tieferliegenden, insbesondere blutenden Verletzungen muss der Hund unbedingt zum Tierarzt.

Wie kann man vorbeugen?
Dicke oder morsche Stöckchen, die leicht brechen, sind besser zum Spielen geeignet als dünnes, hartes, spitzes Holz. Sichern Sie durch Übungen außerdem, dass sich Ihr Hund jederzeit von Ihnen ins Maul fassen lässt.

 

 

Epileptische Anfälle

 

Hunde können, ähnlich wie Menschen, plötzliche epileptische Anfälle erleiden, welche sich mit nervösen Muskelzuckungen bemerkbar machen und teilweise zu schweren Krampfanfällen mit Bewusstseinsstörungen führen können. Dabei erscheint der Anfall oft schlimmer, als er für den Hund ist.

Wie erkennt man es?
Der Hund wird unruhig und sucht engen Kontakt zu seiner Bezugsperson. Ohne eine weitere Ankündigung fällt er auf die Seite und zuckt stark mit den Beinen. Dabei verdreht er die Augen und kann Kot und Urin absetzen. Nach wenigen Minuten ist der Anfall meist vorüber. Kurze Zeit darauf ist der Hund wieder fit und verlangt nach Futter und Wasser. Dauert der Anfall länger als 2 Minuten, sollten Sie mit dem Hund sofort den Tierarzt aufsuchen.

Was ist zu tun?
Schaffen Sie dem Hund Platz und versuchen Sie nicht, ihn zu berühren. Reden Sie ihm zu. Notieren Sie sich Datum und Dauer des Notfalls für den Tierarzt. Lassen Sie bei ihm durch einen Labortest die Ursachen klären. Oft ist jedoch das Gehirn selbst verantwortlich. Bei zu langen und zu häufigen Anfällen wird Ihr Tierarzt Ihnen den Einsatz eines Epilepsiemittels empfehlen.

Wie kann man vorbeugen?
Generell ist keine Vorbeugung möglich. Allerdings sollten Sie berücksichtigen, dass Belastungen und Veränderungen im Tagesablauf bei empfänglichen Hunden zu Anfällen führen können. Medikamente können jedoch die Anfälligkeit bei vielen Hunden herabsetzen.

 

 

Gebärmuttervereiterung

 

Die Gebärmuttervereiterung oder Pyometra entwickelt sich anfangs meist schleichend, wird daher oft erst im Spätstadium bemerkt und kann dann zu einem lebensbedrohlichen Notfall werden. Die Gebärmutter füllt sich mit eitrigem Sekret und kann armdick anschwellen. Ins Blut übertretende Giftstoffe der Eitererreger bedingen eine rasche Verschlechterung des Allgemeinbefindens bis hin zum Kreislaufschock.

Wer erkrankt?
Betroffen sind unkastrierte Hündinnen nach Eintritt der Geschlechtsreife, die oft bereits mehrmals läufig waren. Gelegentlich geht der Eiterung ein hormoneller Eingriff in das Zyklusgeschehen voraus, beispielsweise eine Läufigkeitsunterdrückung durch Spritzen.

Wie erkennt man es?
Anfangs ist kaum etwas zu bemerken, gelegentlich zeigt sich eitriges Sekret an der Scheide. Die letzte Läufigkeit liegt meist ein bis zwei Monate zurück. Im fortgeschrittenen Stadium ist das einzige Anzeichen oft starker Durst. In schweren Fällen wirkt die Hündin abgeschlagen und matt, ihr Zustand verschlechtert sich zusehends.

Was ist zu tun?
Wenn Ihnen starker Durst an Ihrer Hündin auffällt, sollten alle Alarmglocken läuten. Vermehrter Wasserkonsum ist niemals ein harmloses Zeichen, auch wenn nicht immer eine Pyometra dahintersteckt. Lassen Sie sich baldmöglichst einen Termin beim Tierarzt geben, damit dieser die Hündin untersuchen und ggf. operieren kann. Ist bereits das Allgemeinbefinden beeinträchtigt, handelt es sich um einen Notfall. Dann sollten Sie keine Zeit verlieren.

Wie kann man vorbeugen?
Die sicherste Maßnahme ist die Kastration. Bei Zuchthündinnen ist das natürlich keine Option, hier sollte man auf Hormonspritzen zur Zyklusbeeinflussung verzichten, regelmäßig auf Scheidenausfluss achten und den Wasserkonsum aufmerksam verfolgen - mehr als 100 ml je Kilogramm Körpergewicht täglich sind bedenklich. Außerdem ist es sehr hilfreich, sich Aufzeichnungen zum Zyklus der Hündin zu machen. Denn oft zeigen sich schon frühzeitig Abweichungen vom normalen Zyklusverlauf, beispielsweise eine Verlängerung der Läufigkeit.

 

 

Gebärmuttervorfall

 

Der Gebärmuttervorfall steht in engem Zusammenhang mit einer Geburt. Dabei stülpen sich beim Hund beide Hörner des Uterus (lateinischer Name für Gebärmutter) in sich selbst ein und treten durch die Scheide mehr oder weniger stark nach außen. Die Schleimhaut liegt sichtbar an der Außenseite, da das Innere nach außen umgekehrt ist. Ein derartiger Vorfall muss ohne Umschweife dem Tierarzt vorgestellt werden.

Wer erkrankt?
Meist trifft ein solcher Vorfall Hündinnen am Ende einer Geburt. Es kann aber auch sein, dass sich ein Gebärmuttervorfall schon während der Geburt ereignet. Oft ist eine erschlaffte Gebärmutter die Ursache, die durch starken Druck der Bauchmuskeln nach außen gepresst werden kann. Dieser Vorgang ist normalerweise nur innerhalb der ersten zwölf Stunden nach einer Geburt möglich, weil der Geburtskanal dann noch völlig geöffnet ist.

Wie erkennt man es?
Es können verschiedene Grade bei Vorfällen beobachtet werden. Das reicht von einem kleinen Wulst am Scheidenausgang über ein fleischfarbenes, ballonartiges Gebilde, das aus der Scheide hervordrängt, bis zu einem vollständig umgestülpten Uterus. Dieser hat gewisse Ähnlichkeit mit einem Darm, da die Schleimhaut seiner Innenseite nach außen gekehrt ist.

Was ist zu tun?
Da die Hündin bestimmt versuchen wird, die Gebärmutter zu belecken und sogar anzuknabbern, ist es unbedingt zu empfehlen, den Vorfall mit sauberen, feuchten und kühlen Tüchern zu bedecken. Dadurch kann auch ein weiteres Anschwellen hinausgezögert werden. Dann muss die Hündin sofort zum Tierarzt gebracht werden, der eventuell Gebärmutter und Eierstöcke durch eine Operation entfernt, vor allem wenn es sich um einen größeren Vorfall handelt.

Wie kann man vorbeugen?
Eine sinnvolle Vorbeugung gibt es nicht, da häufig eine Bindegewebsschwäche eine Rolle spielt, was nicht vorhersehbar ist.

 

 

Geburtsschwierigkeiten

 

Es sollte ein freudiges Ereignis sein. Doch dann das: Die Hündin presst und presst, aber kein Welpe kommt heraus oder die ersten Welpen werden problemlos geboren, aber dann bleiben die Wehen aus.

Wer erkrankt?
Stress ist einer der häufigsten Gründe für Geburtsschwierigkeiten. Darum: Wenn die Hündin wirft, sind Ruhe und Geduld die erste Hunde-Halter-Pflicht. Kranke und erschöpfte Hündinnen sind oft zu schwach für die Geburt. Schließlich können die Welpen zu groß für den Geburtskanal sein.

Wie erkennt man es?
Bei hohem Fieber, bei übelriechendem Ausfluss oder wenn die Hündin sehr erschöpft wirkt, sollte sofort der Tierarzt verständigt werden. Auch wenn die Hündin länger als eine Stunde presst, ohne dass der erste Welpe geboren wird, oder wenn zwischen den Geburten der letzten Welpen mehr als 3-4 Stunden liegen, können Geburtsschwierigkeiten vorliegen.

Was ist zu tun?
Man kann es gar nicht oft genug wiederholen: Ruhig bleiben! Bevor Sie Ihre Hündin ins Auto packen und zum Tierarzt fahren, rufen Sie ihn an und schildern Sie ihm genau das Problem. Führen Sie während der Geburt Protokoll und notieren Sie genau die Uhrzeiten. Denn unser Zeitgefühl ist nicht zuverlässig und in der Aufregung kommen uns fünf Minuten wie eine Ewigkeit vor. Erst wenn der Tierarzt es sagt, bringen Sie ihm die Hündin.

Wie kann man vorbeugen?
Schon während der Trächtigkeit sollte die Hündin tierärztlich betreut werden. Über den normalen Geburtsablauf sollten Sie sich vorher genau informieren.

 

 

Hitzschlag

 

Bei sommerlichen Temperaturen leiden auch Hunde unter der Hitze. Ihr Fell schützt die Haut zwar vor direkter Sonneneinstrahlung, erschwert aber die Wärmeabgabe. Direkte Sonneneinstrahlung ohne Rückzugsmöglichkeit kann rasch zu einem Hitzschlag führen.

Wer erkrankt?
Vor allem ältere oder kreislaufgeschädigte Hunde sind an schwülen Tagen gefährdet. Aber grundsätzlich kann jeder Hund einen Hitzschlag erleiden, der ungeschützt der Sonne oder hohen Temperaturen ausgesetzt ist, beispielsweise im Inneren eines Autos.

Wie erkennt man es?
Ein Hitzschlag zeigt sich durch starkes Hecheln, Bewegungsstörungen und Taumeln. Ein Blick aufs Zahnfleisch zeigt die intensiv hellrot gefärbten Schleimhäute. Im fortgeschrittenen Stadium tritt Erbrechen, Schock und Bewusstlosigkeit ein.

Was ist zu tun?
Der Hund, insbesondere dessen Kopf, muss umgehend abgekühlt werden, am besten durch Abbrausen mit kaltem Wasser. Massieren Sie die Gliedmaßen, um den Kreislauf anzuregen. Bei Anzeichen für einen Schock (schnelle Atmung, rasender Puls, blasse Schleimhäute, die nach Druck mit dem Finger erst nach über zwei Sekunden wieder rosafarben werden) muss der Hund schnellstmöglich zum Tierarzt gebracht werden.

Wie kann man vorbeugen?
An schwülen (auch bewölkten) Tagen sollten Hunde weder längere Spaziergänge oder gar Fahrradtouren machen noch im Auto zurückbleiben. Bei Aufenthalt im Freien müssen sie stets Zugang zu Schattenplätzen und genug frisches Trinkwasser zur Verfügung haben.

 

 

Insektenstich

 

Bienen, Wespen, Hummeln - im Sommer summt und brummt es überall. Fühlen sich die mehr oder weniger friedfertigen Insekten in die Enge getrieben, gebrauchen sie ihren Stachel als wirksame Waffe. So ein Insektenstich ist nicht nur schmerzhaft. Er kann zum Notfall werden, wenn der Hund allergisch auf das Insektengift reagiert oder im Rachenraum gestochen wird.

Wer erkrankt?
Alle Hunde können gestochen werden. Besonders gefährdet sind junge neugierige Hunde, die noch naiv die Welt erkunden, und eingefleischte Fliegenjäger - sie machen keinen Unterschied zwischen stechenden und nicht stechenden Insekten.

Wie erkennt man es?
Wenn der Hund plötzlich aufjault, sich heftig leckt oder beknabbert, könnte ein Insektenstich dahinter stecken. Suchen Sie Ihr Tier nach Schwellungen ab. Schwellungen im Gesicht erkennt man am leichtesten, wenn man die beiden Gesichtshälften miteinander vergleicht. Hat das Insekt im Rachenraum zugestochen, wird der Hund würgen und schwer atmen, eventuell auch husten und sabbern.

Was ist zu tun?
Falls noch ein Stachel in der Haut steckt, entfernen Sie ihn vorsichtig mit einer Pinzette. Kühlen Sie die Stichstelle mit feuchtkalten Tüchern oder Eisbeuteln. Man kann auch eine halbe Zwiebel mit der Schnittstelle auf die Stichstelle drücken - dieses Hausmittel lässt die Schwellung oft abklingen. Bei einem Stich in den Rachenraum legen Sie Eisbeutel von außen auf den Kehlgang und den Kehlkopfbereich. Fahren Sie sofort zum Tierarzt, denn es besteht Erstickungsgefahr! Das gilt auch, wenn der Hund Atemnotsymptome zeigt, dann könnte eine Allergie vorliegen.

Wie kann man vorbeugen?
Verbieten Sie Ihrem Hund konsequent, nach Fliegen zu schnappen, und lassen Sie ihn nie lange unbeaufsichtigt im Freien.

 

 

Knochenbruch

 

Am häufigsten sind Knochenbrüche an den Gliedmaßen, aber auch Kiefer- und Rippenbrüche sind nicht selten. Lebensbedrohlich können Schädel- und Wirbelbrüche sein. Wichtig ist die Unterscheidung zwischen geschlossenem und offenem Bruch. Beim geschlossenen Bruch ist der Knochenbruch noch von Haut bedeckt, beim offenen Bruch ist eine äußere Wunde sichtbar - es besteht Infektionsgefahr.

Wer erkrankt?
Autounfälle und Stürze verursachen die meisten Knochenbrüche. Junge, ungestüme Hunde sind naturgemäß unfallgefährdeter als ältere, ruhige Tiere. Da bei einem Unfall ungeheure physikalische Kräfte auf den Körper einwirken, muss man auch immer mit Verletzungen anderer Organe und der Gefahr des Schocks rechnen.

Wie erkennt man es?
Knochenbrüche gehen mit großen Schwellungen und starken Schmerzen einher. Bei einem Beinbruch belastet der Hund das betroffene Bein nicht mehr, manchmal wirkt es verdreht. Bei Schädel- oder Kieferbrüchen fällt die Asymmetrie des Gesichts bzw. des Kopfes auf. Verletzungen der Wirbelsäule führen in der Regel zu Lähmungen, aber Vorsicht: Ein aufgekrümmter Rücken und hart angespannte Rückenmuskulatur können auch auf einen Wirbelbruch hinweisen. Rippenbrüche verursachen Atembeschwerden, der Brustkorb des Hundes ist äußerst schmerzhaft.

Was ist zu tun?
Möglichst nicht bewegen ist die Devise bei allen Knochenbrüchen. Leider sind Tragen in der Regel nicht zur Hand, wenn ein Unfall geschieht. Sie können sich mit einem Brett behelfen und den Hund mit Seilen oder Gürteln darauf festbinden. Bei Brüchen der Gliedmaßen bis zum Ellbogen (Vorderbein) oder bis zum Sprunggelenk (Hinterbein) können Sie versuchen, eine Schiene anzulegen. Lassen Sie aber bitte von dem Versuch ab, wenn das Bein verdreht ist oder der Hund starke Schmerzen hat. Offene Brüche sollten steril abgedeckt werden. Bei Rippenbrüchen transportieren Sie den Hund auf der verletzten Seite liegend. Der Hund kann so leichter atmen. Denken Sie auch an den Selbstschutz: Selbst der liebste Hund kann beißen, wenn er starke Schmerzen hat.

Wie kann man vorbeugen?
An Straßen sollte der Hund grundsätzlich angeleint werden. Poröse Knochen, wie sie bei bestimmten Krankheiten und bei schlechter Ernährung (reiner Fleischnahrung) entstehen, können leicht brechen. Mit der richtigen Fütterung und leichtem Aufbautraining kann man dem vorbeugen.

 

 

Magendrehung

 

Die Magendrehung ist ein akuter Notfall, bei dem der stark gefüllte Magen seine Lage verändert und dabei Ein- und Ausgang abschnürt. Die entstehenden Gase blähen den Magen ballonartig auf, bis dieser Blutgefäße abdrückt, die Atmung erschwert und zu einem lebensbedrohlichen Kreislaufversagen führt. Rechtzeitiges Erkennen und rasches Handeln sind daher sehr wichtig.

Wer erkrankt?
Gefährdet sind vor allem größere Hunderassen. Oft hat der Hund kurz nach einer üppigen Mahlzeit ausgelassen gespielt oder war starkem Stress ausgesetzt. Eine verzögerte Entleerung des Magens kann ebenfalls zur Entstehung beitragen.

Wie erkennt man es?
Der Hund ist unruhig, versucht erfolglos, sich zu erbrechen, und zeigt zunehmend Atemnot. Der aufgegaste Magen ist kurz hinter dem Rippenbogen als riesiger harter Ballon zu spüren. Besteht bereits ein Kreislaufschock, bricht der Hund zusammen, seine Schleimhäute sind blass und die Gliedmaßen kalt.

Was ist zu tun?
Suchen Sie schnellstmöglich einen Tierarzt oder eine Tierklinik auf. Das Leben des Hundes ist oft nur durch eine sofortige Operation zu retten. Erste Hilfe durch den Besitzer ist hier verlorene Zeit.

Wie kann man vorbeugen?
Anfällige Hunde sollten die Tagesration auf zweimal verteilt bekommen und sich nicht unmittelbar nach dem Füttern wälzen oder herumtoben. Damit die Magendrehung sich nicht unbemerkt nachts entwickeln kann, sollte die Fütterung nicht zu spät am Abend stattfinden.

 

 

Pfotenverletzungen

 

Kleinere Verletzungen können zwar schmerzhaft sein, gehören aber nicht unbedingt zu den Notfällen. Bei offenen Brüchen, tiefen Schnittwunden, starken Blutungen oder ausgedehnten Verletzungen hingegen sollten Sie rasch handeln.

Wer erkrankt?
Hunde können sich beim Auslauf oder Herumtoben z.B. durch Glasscherben verletzen, oft ist die Ursache aber auch ein Verkehrsunfall oder eine Beißerei.

Wie erkennt man es?
Der Hund lahmt und setzt das betroffene Bein nur noch kurz oder gar nicht mehr auf. Dann sollte man das Bein an der Pfote beginnend auf Wunden oder Blutungen untersuchen. Findet sich keine Verletzung, kann das Lahmen auch durch Gelenkerkrankungen verursacht werden.

Was ist zu tun?
Bei starken Blutungen sollte das Bein abgebunden werden, in leichteren Fällen genügt es, die Wunde unter fließendem Wasser vorsichtig zu säubern und anschließend zu verbinden, bevor man einen Tierarzt aufsucht. Polstern Sie zwischen den Zehen und rund um das Bein mit Watte ab und ziehen Sie die ersten Lagen des Verbands nur leicht an, um das Bein nicht abzuschnüren.

Wie kann man vorbeugen?
Leinen Sie den Hund an, wenn sich Glasscherben in der Nähe befinden könnten. Zur Sicherheit kann auch ein Schnellverband (z.B. von Medi-Cheval) bei Wanderungen oder längeren Spaziergängen mitgeführt werden.

 

 

Plötzliches Erblinden

 

Während ein allmählicher Verlust des Augenlichts bei Hunden ganz unbemerkt vor sich gehen kann, äußert sich ein plötzliches Erblinden meist dramatisch. Da einige der möglichen Ursachen gut behandelbar sind, sollte der Hund umgehend einem Augenspezialisten vorgestellt werden.

Wer erkrankt?
Plötzliches Erblinden kann z.B. die Folge von Unfällen oder einer Aufnahme von Rattengift sein, wenn daraufhin Blutungen im Auge auftreten. Es kommen aber auch infektiöse Ursachen in Frage, daneben erbliche Schäden des Augenhintergrundes, Glaukom (Grüner Star) durch erhöhten Augeninnendruck, Hormonstörungen (Diabetes mellitus) oder Bluthochdruck.

Wie erkennt man es?
Deutlich tritt die Erkrankung erst in Erscheinung, wenn die Sehfähigkeit auf beiden Augen vollständig erloschen ist. Das kann innerhalb von Stunden geschehen, etwa bei einem akuten Glaukom-Anfall, kann sich aber auch über Tage oder noch langsamer entwickeln. Der Hund wirkt unsicher, läuft gegebenenfalls gegen Hindernisse oder weigert sich überhaupt, vorwärts zu gehen, wenn er nicht in vertrauter Umgebung ist. Er reagiert nicht, wenn z.B. ein Wattebausch vor seiner Nase fallen gelassen wird. Die Augen können völlig unverändert sein, können aber auch eine deutliche Entzündung bzw. Rötung und/oder stark erweiterte Pupillen aufweisen.

Was ist zu tun?
Entscheidend ist in solchen Fällen eine rasche und genaue Diagnose, idealerweise durch einen Fachtierarzt für Augenheilkunde. Geht das Problem z.B. auf eine Infektion zurück, wird er die Erreger und die Entzündung gezielt bekämpfen. Bei Glaukom lässt sich durch Medikamente der Augendruck senken. Bei erblichen Ursachen ist das Erblinden nicht behandelbar, da sich die Zerstörung der Netzhaut am Augenhintergrund nicht aufhalten lässt.

Wie kann man vorbeugen?
Rassen mit erblichen Augendefekten müssen einer disziplinierten züchterischen Auslese unterworfen werden, um eine Verbreitung der Erbanlagen zu stoppen. Bei Veränderungen am Auge, z.B. beginnender Eintrübung der Linse oder Reiben mit der Pfote, sollte stets ein Tierarzt zu Rate gezogen werden.

 

 

Schock

 

Unter Schock, im engeren Sinne Kreislaufschock, versteht man allgemeines Kreislaufversagen. Jeder Schock bedeutet höchste Lebensgefahr und bedarf sofortiger Maßnahmen.

Wer erkrankt?
Es gibt keine Altersgrenze. Die auslösenden Faktoren sind vielgestaltig. Häufige Ursachen sind Blutungen (nach außen wie nach innen), Erbrechen, Durchfall, Verbrennungen und Überhitzung, also hohe Flüssigkeitsverluste, aber auch Überempfindlichkeitsreaktionen, zum Beispiel auf Medikamente oder Insektenstiche.

Wie erkennt man es?
Die Anfangssymptome sind schneller Puls (spürbar an der Innenseite des Oberschenkels), beschleunigte Atmung, blasse Schleimhäute, leichte Untertemperatur, kalte Gliedmaßen und Ohren. Diese Symptome steigern sich. Der Puls wird flacher, der Herzschlag schwächer, die Körperoberfläche ist kalt und der Hund ist benommen oder sogar reaktionslos.

Was ist zu tun?
Ein Schock erfordert sofortige Behandlung vor allen anderen Notfallmaßnahmen. Lagern Sie das Tier auf der Seite mit gestrecktem Kopf und heben Sie Becken und Hinterläufe mit Hilfe eines Kissens oder Ähnlichem etwas an. Blutungen müssen unbedingt durch einen Druckverband gestillt werden, eine Decke schützt vor weiterer Unterkühlung. Es ist unbedingt erforderlich, den Hund sofort zum Tierarzt zu bringen, der eine gezielte Behandlung durchführt.

Wie kann man vorbeugen?
Eine Vorbeugung ist schwierig, da ein Schock meist durch unvorhergesehene Dinge ausgelöst wird, wie zum Beispiel Unfälle oder allergische Reaktionen. Am wichtigsten ist die rasche Erkennung und sofortige tierärztliche Versorgung.

 

 

starke Blutung

 

Um größere Blutverluste zu verhindern, müssen starke Blutungen umgehend versorgt werden, insbesondere bei pulsierend hervorströmendem hellrotem Blut (Arterienblutung).

Wer erkrankt?
Hunde können durch Unfälle im Straßenverkehr, aber auch durch Schnitt-, Schuss- oder Bissverletzungen Blut verlieren. Besteht eine erhöhte Blutungsneigung durch eine Gerinnungsstörung, kann es auch zu spontanen Blutungen, z.B. aus der Nase, kommen.

Wie erkennt man es?
Äußerliche Blutungen fallen meist sofort auf, innere Blutungen geben sich erst später zu erkennen, meist durch Blässe, Apathie, evtl. auch Anzeichen eines Kreislaufschocks (kalte Beine, rasender Puls, verzögerte Füllung nach Druck auf das Zahnfleisch). Eine Gerinnungsstörung lässt sich durch eine Blutuntersuchung ermitteln.

Was ist zu tun?
Kleinere Blutungen kommen in der Regel von selbst zum Stillstand. Gefährlich sind pulsierende arterielle Blutungen, die durch einen Druckverband vorübergehend gestillt werden sollten, während der Hund zum Tierarzt gebracht wird. Notfalls kann während des Transports auch ein sauberes Hand- oder Taschentuch auf die Wunde gepresst oder ggf. ein betroffenes Bein abgebunden werden.

Wie kann man vorbeugen?
Zur Vermeidung von Unfällen, besonders bei erhöhter Blutungsneigung, sollten Sie Gefahrensituationen bewusst meiden und den Hund angeleint lassen.

 

 

Unterkühlung

 

Bei Minusgraden sind die meisten Hunde durch ihr Fell gut geschützt. Fallen sie aber in eisiges Wasser, können sie ebenso wie Menschen rasch auskühlen. Bei extremen Temperaturen sind auch örtliche Erfrierungen an Ohren, Pfoten und Schwanz möglich.

Wer erkrankt?
Welpen, alte Hunde und Unfallpatienten, daneben Nackthunde und kleinere Hunderassen mit kurzem Fell tolerieren Kälte am wenigsten. Werden sie durch und durch nass, wird die Kälte allerdings für alle Hunde gefährlich.

Wie erkennt man es?
Unterkühlte Hunde zittern, atmen flach und haben einen langsamen, schwachen Puls (spürbar an der Innenseite des Oberschenkels). Das Bewusstsein kann bereits getrübt sein. Durch Messung der Rektaltemperatur lässt sich die Unterkühlung am sichersten nachweisen, der Normalbereich liegt zwischen 38,0 °C und 39,0 °C.

Was ist zu tun?
Bei starker Unterkühlung bringen warme Bäder (aber nicht über 40 °C) den Körper schonend wieder auf Normaltemperatur, anschließend muss der Hund gründlich abgetrocknet und evtl. mit einer Wärmelampe bestrahlt werden. Liegt die Körpertemperatur unterhalb von 36 °C, sollte der Tierarzt eingreifen, der auch warme Infusionen verabreichen kann. Gleiches gilt für Erfrierungen. Welpen, die ohne Mutter aufgezogen werden, brauchen auf jeden Fall eine Wärmelampe, die aber wegen der Verbrennungsgefahr nicht zu nahe stehen darf.

Wie kann man vorbeugen?
Meiden Sie bei Spaziergängen im Winter brüchige Eisflächen und Gewässerränder, lassen Sie den Hund angeleint und bleiben Sie nicht zu lange draußen.

 

 

Verbrennungen

 

Die Vierbeiner der Rettungshundestaffel Wesel wissen, wie man durch Flammenreifen springt, ohne sich die Pfoten zu verbrennen. Andere Hunde hingegen machen oft unliebsame Bekanntschaft mit dem Feuer.

Wer erkrankt?
Gefährdet sind Hunde bei Hausbränden, bei Unfällen in der Küche, z.B. durch siedendes Wasser oder heißes Öl, aber auch bei elektrischem Stromschlag, wenn Welpen z.B. stromführende Kabel benagen.

Wie erkennt man es?
Bei leichten Verbrennungen rötet sich die Haut, und die Haare sind versengt oder verbrüht. Ist die Hitzeeinwirkung größer, bilden sich Blasen bis hin zu großflächigem Verlust der Oberhaut und verkohlten Rändern. Brandwunden durch Stromschlag haben ein helles Zentrum mit gerötetem Rand.

Was ist zu tun?
Spülen Sie die betroffenen Körperstellen sofort 20 Minuten lang mit fließendem kaltem Wasser. Offene Wunden sollten dann mit sterilen Mullbinden oder einem frischen Handtuch abgedeckt werden. Tragen Sie keine Brandsalbe auf, sondern bringen Sie den Hund zum Tierarzt. Großflächige Verbrennungen haben eine schlechte Prognose, da auch nach Tagen noch Komplikationen durch den Flüssigkeitsverlust und die Entzündungsreaktion der Haut auftreten können.

Wie kann man vorbeugen?
Lassen Sie Hunde nicht in der Küche allein, wenn Herd oder Friteuse in Betrieb sind. Decken Sie stromführende Kabel ab oder besprühen Sie sie mit einem bitter schmeckenden Spray. Legen Sie beim Grillen den Rost außerhalb der Reichweite des Hundes ab.

 

 

Vergiftungen

 

Trotz größter Vorsichtsmaßnahmen kommt es immer wieder einmal zu Vergiftungen. Klassisches Beispiel sind mit Rattengift präparierte Köder, die auch Hunde anlocken. Für den Notfall sollten Sie die Telefonnummer einer Giftnotrufzentrale (z.B. GIZ-Nord, Universität Göttingen, Tel. 05 51/3 83 18 81) und natürlich die Telefonnummer Ihres Haustierarztes greifbar haben.

Wer erkrankt?
Vergiftungen kommen oft bei Hunden vor, die unbeaufsichtigt sind und Zugang zu potentiellen Gefahrenquellen, wie Mülltonnen, Industriearealen, Autowerkstätten, Schädlingsbekämpfungsmitteln oder Medikamenten haben. Aber auch beim Spazieren gehen an der Leine kann es zur Giftaufnahme kommen, wenn es sich um attraktive Substanzen wie z.B. Rattengift-Köder handelt.

Wie erkennt man es?
Das Erscheinungsbild ist abhängig von dem jeweils aufgenommenen Stoff und dementsprechend vielgestaltig. Mögliche Alarmzeichen sind Zittern, Speicheln, Unruhe, Bewegungsstörungen, Erbrechen, Durchfall und Atemnot mit Tendenz zur Verschlechterung.

Was ist zu tun?
Wenn die Aufnahme des Stoffes erst vor kurzem stattfand, kann der Tierarzt durch eine Spritze Erbrechen auslösen. Gegebenenfalls sollte eine Probe des Giftes mitgebracht werden. Liegt die Giftaufnahme bereits mehrere Stunden zurück, wird der Tierarzt versuchen, den Patienten zu stabilisieren, bzw. ein Gegengift verabreichen, falls es eines gibt.

Wie kann man vorbeugen?
Halten Sie Medikamente, Tabak, Lösungsmittel, Haushaltsreiniger u.ä. gut verschlossen, lassen Sie den Hund auf gefährlichem Terrain, z.B. in der Nähe von Industrie oder besprühten Feldern, nicht frei laufen und gewöhnen Sie ihm schon frühzeitig ab, Unbekanntes aufzunehmen.

 

 

Quelle: 'Ein Herz für Tiere', Gong Verlag GmbH & Co KG

 

 

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